Dosierungsangabe [Stand: 12.12.20]

Retaxrisiko - Dosierung auf Rezept (seit November 2020):
  • Dosierung = Einzel- und Tagesdosis (Amtliche Bgründung Rn 14. Satz 3 u. 4 zu § 2 (1) 7. AMVV)
  • Die Dosierung muss nur bei verschreibungspflichtigen Medikamenten vermerkt sein. Nicht erforderlich bei Sprechstundenbedarf oder bei Abgabe direkt an den Arzt.
  • Für BtM gelten die bisherigen Vorschriften.
  • Auch bei Zahnarzt- und Tierarzt-Rezepten
  • Die Dosierung muss dem Patienten schriftlich vorliegen.
  • Nicht ausreichend: "Bei Bedarf", "b.B.", "Bei Bedarf abends", "1x/Woche" (Einzeldosis fehlt), "2x" (Einzeldosis fehlt),, "lt Anweisung", "Dosierung bekannt", "Dosierung mitgeteilt", "p.i.", "Dos. wie bisher", "Dosierung laut Packungsbeilage", "ad manum medici", "ad man. med.", "zu Händen des Arztes"
  • Ausreichend: "Medikationsplan vorhanden", "lt. Plan", "nach Plan", "alles nach Plan", "Dosierung schr. mitgeteilt", Tages- plus Einzeldosis, "1x1", "3x1", "1-1-1", "1x/Woche 1", "Bei Bedarf 1 abends", "1 x tgl.", die Anwendungsdauer darf fehlen, CAVE: Bei Rezepturen ist statt der Dosierungsangabe eine Gebrauchsanweisung erforderlich.
  • Impfstoffe und vom Arzt anzuwendende Mittel: Anscheinend keine Ausnahme von der Pflicht zur Angabe einer Dosierung, außer wenn das Arzneimittel unmittelbar an die verschreibende Person abgegebenwird/ bei Sprechstundenbedarf. Auc die Amtliche Bgründung zum neuen § führt nichts anderes aus (S. 12 pdf, S. 8 Änderungs­verordnung)
  • "ad manum medici"/ "zu Händen des Arztes": Anscheinend nicht retaxsicher. Ergänzen z.B. mit "nach Plan".
    »Neuer § 2 (1) 7. AMVV: Die Verschreibung muss enthalten [...] 7. die Dosierung; dies gilt nicht, wenn dem Patienten ein Medikationsplan, der das verschriebene Arzneimittel umfasst, oder eine entsprechende schriftliche Dosierungsanweisung einer verschreibenden Person vorliegt und wenn die verschreibende Person dies in der Verschreibung kenntlich gemacht hat oder wenn das verschriebene Arzneimittel unmittelbar an die verschreibende Person abgegeben wird«
    Retaxrisiko - Dosierung auf Rezept: Ersatzkassen-Friedenspflicht:
  • 6 Ersatzkassen: Barmer, DAK, HEK, HKK, KKH, TK
  • Systematik der Krankenkassen (Sowedoo)
  • 25.11.20: Ersatzkassen verzichten vorerst auf Retaxationen (DAZ online, Kirsten Sucker-Sket)
    Retaxrisiko - Dosierungsangabe Insulin:
  • 1-1-1 = Keine gültige Insulin-Dosierungsangabe, ebenso z.B. bei Novaminsulfon-Tropfen, da Tages- und Einzeldosis angegeben sein müssen. Z.B. "MedPlan vorhanden" ergänzen.
    Retaxrisiko - "Bei Bedarf":
  • Die Angabe "Bei Bedarf" ist als Dosierung nicht ausreichend, da Einzel- und Tagesdosis fehlen, z.B. "Bei Bedarf max. 3x1" oder "nach Plan".
    Retaxrisiko - DJ-Rezepte - Ausführungen:
  • "DJ" reicht aus, außer bei BtM und Rezepturen (dort wie bisher)
  • Auch auf Zahnarzt-Rezepten Pflicht, ebenso bei Tierrezepten
  • Nur bei Rx Pflicht, außer bei Sprechstundenbedarf oder ausstellender Arzt löst Rezept persönlich ein
  • 03.11.20: Dosierungsangaben auf dem Rezept: Wann dürfen Apotheker selbstständig ergänzen? (DAZ online, Marius Penzel, Apotheker)
  • 07.11.20: Kein Hinweis in AMVV: Ist „Dj“ trotzdem retaxsicher? (PTA in Love, Nadine)
  • 06.11.20: Dosierungsangaben auf dem Rezept: Der genaue Wortlaut entscheidet nicht (DAZ online, Marius Penzel, Apotheker)
  • 03.11.20: Dosierung ist Pflicht: AMVV gilt auch für Zahnärzte, „Dj“ nicht? (PTA in Love, Nadine)
  • 02.11.20: DJ-Rezepte: Zahnärzte wissen von nichts (Apotheke adhoc, N.N.)
  • 06.11.20: Dosierungsangaben: nur auf der Hälfte der Rezepte – bei Zahnärzten praktisch gar nicht (DAZ online, Dr. Thomas Müller-Bohn, Apotheker und Dipl.-Kaufmann)
    Schreck in Aussicht - Retaxrisiko bei fehlender Dosierung bei Rx-Rezepten seit 01.11.20:
  • 29.10.20: Becker fürchtet DJ-Retax (Apotheke adhoc, N.N.)
  • 28.10.20: Arztpraxen unwissend, Apotheke muss haften: DJ-Rezepte: „Die Leidtragenden sind wieder wir“ (Apohteke adhoc, Cynthia Möthrath)
  • Ausführungen siehe letzte Wochen
    Retaxrisiko - Dosierung auf Rezept ab November 2020 - "Dj" reicht aus:
  • 23.10.20: Die DJ-Rezepte kommen (Apotheke adhoc, N.N.): "Alternativ soll mittels Kürzel „DJ“ darauf hingewiesen werden, dass ein Medikationsplan oder eine schriftliche Dosierungsanleitung vorliegen."
  • 09.10.20: Ab November: „Dj“ auf Rezept (PTA in Love, Nadine): "Liegt eine schriftliche Dosierungsanleitung oder ein Medikationsplan vor, kann der Arzt dies durch „Dj“ (Dosierung vorhanden: ja) kenntlich machen."
  • 09.10.20: Arzneimittelrezepte: Software unterstützt Dosierungsangabe und Ersatzverordnungen (KBV Kassenärztliche Bundesvereinigung, N.N.): "Die Kennzeichnung, dass ein Medikationsplan oder eine schriftliche Dosierungsanweisung vorliegt, erfolgt über das Kürzel ≫Dj≪ ("Dosierungsanweisung vorhanden: ja") ebenfalls am Ende der Verordnungszeile."
  • gilt nicht für Rezepture: Gebrauchsanweisung statt Dosierung erforderlich (wie bisher)
  • gilt nicht für BtM: Bisherige Vorschriften gelten
  • gilt nicht für Ap: Dosierung muss nur bei Rx vermerkt sein
  • gilt nicht für Sprechstundenbedard oder Abgabe an den ausstellenden Arzt persönlich: Keine Doierungsangabe erforderlich.
  • Gilt auch für Zahn- und Tierarztrezepte.
  • Retaxrisiko bei allen Dosierungsangaben, die nicht Tages- und Einzeldosis enthalten. Ausführungen siehe letzte Woche.
  • Retaxrisiko bei allen Vermerken, dass die Dosierung bekannt ist ohne den Hinweis "schriftlich". Ausführungen siehe letzte Woche.
    Testmonat-Fiasko Dosierung auf Rezept:
  • Ein toller Gedanke der Testmonat-Gedanke - leider auch ein toller Flop. In Einzelfällen steht bereits systematisch die Dosierung auf dem Rezept. Ursprünglich sollten in Einzelfällen die Arztpraxen informiert werden, wenn ausnahmsweise noch die Dosierung fehlt.
  • Bleibt nur, ab November "Medikamentationsplan liegt vor" auf den Rezepten zu vermerken (Heilungsmöglichkeit nach neuem § 2 (1) 6a AMVV). CAVE: Bei Rezepturen ist statt der Dosierungsangabe eine Gebrauchsanweisung erforderlich.
  • Der Arzt brauch nicht kontaktiert werden, außer die Dosierung ist unklar.
    »Neuer § 2 (1) 6a. AMVV: Fehlt [...] der Hinweis in der Verschreibung auf einen Medikationsplan, der das verschriebene Arzneimittel umfasst, oder eine schriftliche Dosierungsanweisung nach Absatz 1 Nummer 7, so kann der Apotheker auch ohne Rücksprache mit der verschreibenden Person die Verschreibung insoweit ergänzen, wenn ihm diese Angaben zweifelsfrei bekannt sind.«
    Retaxrisiko - Ärzte über Update informieren - Dosierungspflicht auf Rezept - Testphase Oktober - Retaxrisiko ab November:
  • Ärzte, die im Probemonat Oktober keine Dosierung auf dem Rezept vermerken, sollen auf die notwendige Einspielung des Updates hingewiesen werden. Das mit dem Probemonat ist ein ausgezeichneter Gedanke.
  • Ausnahme: Patient hat schriftlich Dosierung erhalten UND dies ist auf dem Rezept vermerkt (z.B. "Medikationsplan vorhanden").
  • Der Vermerk "p.i." für "Patient ist informiert" ist nicht ausreichend, da eine schriftliche Information erforderlich ist, z.B. ein Medikationsplan.
  • Ausnahme: Abgabe an den ausstellenden (!) Arzt (auch Sprechstundenbedarf). Bei Nicht-Sprechstundenbedarf Abgabe an Arzt auf Rezept vermerken (obwohl nicht vorgeschrieben.) [Quelle]
  • CAVE: Bei Rezepturen ist nach wie vor eine vollständige Gebrauchsanweisung statt Dosierungsangabe erforderlich.
  • Heilungsmöglichkeiten: Ohne Arztrücksprache, wenn die Angaben zweifelsfrei bekannt sind (auch wenn kein dringender Fall vorliegt), sonst nach Arztrücksprache, jeweils mit Abzeichnung der Apotheke MIT Datum. Gegenzeichnung des Arztes nicht erforderlich. CAVE: Bei Rezepturen darf bei Angabe der Gebrauchsanweisung ohne Arztrücksprache nur von einem Apotheker abgezeichnet werden.
  • Retaxrisiko ab November 2020: Da eine Abgabe an den ausstellenden Arzt nicht auf dem Rezept dokumentiert werden muss, ergibt sich daraus genaugenommen ein Retaxverbot bei fehlender Dosierung, da der Krankenkasse nicht bekannt ist, an wen das Rezept abgegeben wurde. Allerdings wird darauf hingewiesen, dass bei Abgabe an den ausstellenden Arzt dies als Retaxschutz auf dem Rezept vermerkt werden soll. [Quelle]
  • 30.09.20: Ab November: Dosierung gehört aufs Rezept (Apotheke adhoc, N.N.)
  • 30.09.20: Ab November gehört die Dosierung auch für Fertigarzneimittel auf das Rezept (DAZ online, Dr. Thomas Müller-Bohn, Apotheker und Dipl.-Kaufmann): "Sollte sich im Laufe des Oktobers ergeben, dass einzelne Praxen oder Krankenhäuser keine Dosierungsangaben auf die Rezepte drucken, sollten die Apotheker vorsorglich mit den Ärzten Rücksprache halten und diese auf die durchzuführenden Updates und die neue, ab November geltende Rechtspflicht hinweisen."