Retaxrisiken [Stand: 12.12.20]
  • Corona-Retaxrisiken (Sowedoo)
  • Retaxrisiko - Gontor mit Kreuz Substitution:
    • Im Gegensatz zu Atozet/ Tioblis/ Lipruzet kann bei Goltor-Rezepten mit Kreuz während Coroan nach Arztrücksprache ohne Neuausstellung auf eine Firma ohne Eigenanteil substituiert werden.
    • Bei Goltor existieren als aut-idem-äquivalent eingestufte Alternativen, sodass die SARS-CoV-2-AMVV greift, nach der das Aut-idem-Kreutz nach Arztrücksprache ignoriert werden kann. CAVE: Sonder-PZN + Vermerk.
    • Atozet/ Tioblis/ Lipruzet wäre dies laut SARS-CoV-2-AMVV nur möglich, wenn diese nicht lieferbar sind. Ansonsten ist eine Neuausstellung bei Substitution gegen Atorimib sowohl Rezepten mit aut-idem-Kreutz als auch ohne erforderlich.
  • Retaxrisiko - Opium-Tinktur:
    ∟ 15.11.20: Opiumtinktur: Abgabeverbot für Hamburger Apotheke (PTA in Love, Nadine)
    ∟ 09.11.20: Neues Schreiben an die Apotheken: Innocur legt im Streit um Opiumtinktur nach (DAZ online, Dr. Thomas Müller-Bohn, Apotheker und Dipl.-Kaufmann)
    • Nach Gerichtsurteilen sind Abfüllungen und Kapselherstellungen nicht zugelassene Fertigarzneimittel, sofern keine Standardzulassung oder Rekonstitution vorliegt. Z.T. wird dies auf alle Apothekenrezepturen ohne Substanzveränderung bezogen.
    • Aufsichtsbehörden antworten nicht zur Klärung. Blieben nur Dienstaufsichtsbeschwerden und Auskunftsklagen. Erbärmlich.
    • Nach einen PZ-Artikel sollen Apotheken weiter herstellen - anscheinend unter Inkaufnahme möglicher Strafverfolgung.
    • Herstellungsverbot existiert damit de facto mittlerweile für
    - Abfüllungen, damit auch Cannabis-Abfüllungen. Abfüllungen sind mit der Sonder-Abfüll-PZN zu bedrucken und damit besonders leicht retaxierbar.
    - Kapselherstellungen
    - Evt. alle Rezepturen ohne stoffliche Veränderungen
    - Rezepturen mit CMR-Rezeptursubstanzen (z.B. Metronidazol, Chloramphenicol, Methoxalen, Triamcinolon, Estradiol-Salze, etc.), sofern keine Expositionsgrenzwertmessung vorgenommen wird, etc.
    - Rezepturen mit AGW-Substanzen, wie 1- und 2-Propanolol, Ethanol, Zinkoxid, etc.), sofern keine Expositionsgrenzwertmessung vorgenommen wird, etc.
    - Chloramphenicol-Dermatika: Chloramphenicol gilt nicht als bedenklich (nicht verboten). Aber das BfArM verweigert gerichtlich bestätigt die Zulassung von Chloramphenicol-Dermatika auf Grund seltener, aber schwerwiegender Nebenwirkungen. [Quelle]
    - Defekturen: Experimentelle Endkontrolle vorgeschrieben
    - Rezepturen könnten evt. prinzipiell als bedenkliche Arzneimittel gelten, da in Tests ca. 20 % den Spezifikationen nicht genügen. Kommuniziert wird dies z.T. als bedauerliche Einzelfälle, was nichts anders heißt, als dass die Qualität nicht sicher gewährleistet ist, sondern vom Einzelfall abhängt.
    • Andererseits werden rezepturverweigernde Apotheken z.T. mit Abmahnungen belegt und z.T. systematische Kammer-Testkäufe durchgeführt
  • Retaxrisiko - Atozet/ Tioblis/ Lipruzet <-> Atorimib - Neuverordnung erforderlich:
    • FTA und TAB sind vom G-BA bei Ezetimib-Atorvastatin-Kombinationen nicht als austauschbar eingestuft. Damit bedarf es einer Neuverordnung bei Substitution.
    • RahmenV 2019: Keine Heilung nach Arztrücksprache von klaren Verordnungen.
    • SARS-CoV-2-AMVV: Nur bei Nichtlieferbarkeit Austausch nach Arztrücksprache mit pharmakologisch-therapeutisch vergleichbarem Arzneimittel.
    • Retaxrisiko bei Substitution mit Sonder-PZN ohne Arztgegenzeichnung.
    • Auch bei Nichtlieferbarkeit von Atorimib bleiben die Mehrkosten bei Atozet/ Tioblis/ Lipruzet. Mehrkosten entfallen nur, wenn alle austauschbren zuzahlungsfreien Artikel nicht lieferbar sind.
    • Austausch gegen Ezetimib-Simvastatin-Präparate bedarf ebenfalls einer Neuverordnung, solange Atozet/ Tioblis/ Lipruzet lieferbar sind.
  • Retaxrisiko - Mehrkostenwegfall richtig taxieren:
    • Bsp. Fluvastatin: Eigenanteilfreier Artikel gelistet, aber nicht lieferbar = Eigenanteil entfällt bei nächst günstigerem Artikel.
    • Wenn nicht ein einzelner Artikel auf "ohne Eigenanteil" gesetzt werden kann:
    • Zuzahlungsbefreit: Rezept auf "ohne Eigenanteil + ohne Zuzahlung" setzen + Sonder-PZN 02567024 mit Faktor 2 (RA nicht lieferbar) oder 4 (RA + Günstigere nicht lieferbar) + Vermerk
    • Zuzahlungspflichtig: Rezept auf "ohne Eigenanteil" setzen + Sonder-PZN 02567024 mit Faktor 2 (RA nicht lieferbar) oder 4 (RA + Günstigere nicht lieferbar) + Vermerk
    • Zusätzlich weitere Artikel mit Mehrkosten auf selben Rezept verordnet (z.B. L-Thyroxin Henning): VK händisch auf VK ohne Eigenanteil ändern und Mehrkosten als "Eigenanteil PZN 02567449" dem Patienten berechnen oder 2 getrennte Rezepte anfordern oder Rezept normal abrechnen und Patient fordert Fluvastatin-Eigenanteil von der Krankenkasse zurück.
  • Retaxrisiko - Sonder-PZN bei Abfüllungen:
    • Abfüllungen sind mit der Sonder-Rezeptur-PZN Abfüllungen zu taxieren.
    • Retaxrisiko bei Verwendung der normalen Rezeptur-PZN
    • Retaxrisiko bei Verwendung der Abfüll-PZN: Abfüllungen und Kapselherstellungen sich laut Urteilen nicht zugelassene und damit nicht verkehrsfähige Fertigarzneimittel, außer es liegt eine Standardzulassung vor.
    • Behörden äußern sicht schweigend - Retaxrisiko verbleibt bei den Apotheken.
    • Bsp.: Glucose Abfüllungen
    ∟ 22.10.20: Aus für Accu-Chek Dextrose O.G-T. (Apotheke adhoc, Nadine)
    Accu Chek Dextrose O.G.T Alternativen (Sowedoo)
  • Retaxrisiko - BtM-A:
    ∟ 23.10.20: Audi BKK: Ein fehlendes „A“ kann man nicht heilen (Apotheke adhoc, Nadine Tröbitscher)
    ∟ 22.10.20: BTM-Rezepte: Fehlendes "A" nicht heilbar (Die erfolfreiche Apotheke, N.N.)
    • Apotheken-Prüfpflicht auf BtM-A laut Gerichtsurteil - Retaxrisiko bei Höchstmenge überschritten ohne BtM-Sonderkennzeichen A - kein unbedeutender Formfehler.
    ∟ 19.05.20: Null-Retax: Apotheke hat Anspruch auf ermessensfehlerfreie Kassen-Entscheidung (DAZ online, 1N.N.)
  • Retaxrisiko - Innohep - Namensänderung/ AMK-Meldung:
    ∟ 19.10.20: Seit 15. Juni zwei Versionen im Handel: AMK bittet um erhöhte Wachsamkeit bei Verordnungen über Innohep (DAZ online, N.N.)
    ∟ 16.10.20: Neuer Name – gleiches Produkt: Retaxfalle Innohep? (Apotheke adhoc, Alexandra Negt
    ∟ 14.10.20: AMK: Irreführende Kennzeichnung von Innohep® Fertigspritzen (PZ online, 14.10.20)
    ∟ 14.10.20: Innohep® (Tinzaparin-Natrium): Neue Arzneimittelnamen zur Vermeidung von Medikationsfehlern (AMK, N.N.): "Als Folge resultierten Fehlbestellungen durch Apotheken, das Pflegepersonal (z. B. auf Krankenhausstationen), aber auch Fehlverordnungen durch Arztpraxen. Zum Teil kam es zu Falschabgaben an Patienten"
  • Retaxrisiko - Eigenanteilwegfall:
    • Der Eigenanteil entfällt nur, wenn eigenanteilsfreie Artikel existieren, aber nicht lieferbar sind (dann Sonder-PZN + Vermerk)
    ∟ 09.10.20: Atozet/Tioblis: 170 Euro Mehrkosten (Apotheke adhoc, Patrick Hollstein)
  • Retaxrisiko - Grippeimpfstoffe:
    ∟ 08.10.20: Grippeimpfstoff: Einzeldosis auf rosa Rezept und Patientennamen (PTA in Love, Nadine)
    ∟ 08.10.20: Grippeimpfstoffe auseinzeln: Packung auf und los? (PTA in Love, Nadine)
    ∟ 07.10.20: Auseinzeln, Maximalmengen & Co.: Abrechnung von Grippeimpfstoffen (Apotheke adhoc, Alexandra Negt)
  • Retaxrisiko - Hilfsmittelpauschale 60 € (gilt bis 31.12.20) - Artikelpreise mit 16 % MwSt berechnen (01.07.20 - 31.12.20):
    ∟ 01.10.20: Pflegehilfsmittel: 60 Euro bis Jahresende (PTA in Love, Nadine)
    ∟ 30.09.20: 60 Euro Pflegepauschale bis Jahresende verlängert (Apotheke adhoc, N.N.)
  • Retaxrisiko - Shingrix-Taxierung - Sprechstundenbedarf:
    ∟ 30.09.20: Shingrix als Sprechstundenbedarf (PTA in Love, Nadine)
  • Retaxrisiko - Ärzte über Update informieren - Dosierungspflicht auf Rezept - Testphase Oktober - Retaxrisiko ab November:
    • Ärzte, die im Probemonat Oktober keine Dosierung auf dem Rezept vermerken, sollen auf die notwendige Einspielung des Updates hingewiesen werden. Das mit dem Probemonat ist ein ausgezeichneter Gedanke.
    • Ausnahme: Patient hat schriftlich Dosierung erhalten UND dies ist auf dem Rezept vermerkt (z.B. "Medikationsplan vorhanden").
    • Der Vermerk "p.i." für "Patient ist informiert" ist nicht ausreichend, da eine schriftliche Information erforderlich ist, z.B. ein Medikationsplan.
    • Ausnahme: Abgabe an den ausstellenden (!) Arzt (auch Sprechstundenbedarf). Bei Nicht-Sprechstundenbedarf Abgabe an Arzt auf Rezept vermerken (obwohl nicht vorgeschrieben.) [Quelle]
    CAVE: Bei Rezepturen ist nach wie vor eine vollständige Gebrauchsanweisung statt Dosierungsangabe erforderlich.
    • Heilungsmöglichkeiten: Ohne Arztrücksprache, wenn die Angaben zweifelsfrei bekannt sind (auch wenn kein dringender Fall vorliegt), sonst nach Arztrücksprache, jeweils mit Abzeichnung der Apotheke MIT Datum. Gegenzeichnung des Arztes nicht erforderlich. CAVE: Bei Rezepturen darf bei Angabe der Gebrauchsanweisung ohne Arztrücksprache nur von einem Apotheker abgezeichnet werden.
    • Retaxrisiko ab November 2020: Da eine Abgabe an den ausstellenden Arzt nicht auf dem Rezept dokumentiert werden muss, ergibt sich daraus genaugenommen ein Retaxverbot bei fehlender Dosierung, da der Krankenkasse nicht bekannt ist, an wen das Rezept abgegeben wurde. Allerdings wird darauf hingewiesen, dass bei Abgabe an den ausstellenden Arzt dies als Retaxschutz auf dem Rezept vermerkt werden soll. [Quelle]
    ∟ 30.09.20: Ab November: Dosierung gehört aufs Rezept (Apotheke adhoc, N.N.)
    ∟ 30.09.20: Ab November gehört die Dosierung auch für Fertigarzneimittel auf das Rezept (DAZ online, Dr. Thomas Müller-Bohn, Apotheker und Dipl.-Kaufmann): "Sollte sich im Laufe des Oktobers ergeben, dass einzelne Praxen oder Krankenhäuser keine Dosierungsangaben auf die Rezepte drucken, sollten die Apotheker vorsorglich mit den Ärzten Rücksprache halten und diese auf die durchzuführenden Updates und die neue, ab November geltende Rechtspflicht hinweisen."
  • Retaxrisiko - Abfüllungen & Kapselrezepturen nicht verkehrsfähig?
    • Immer noch keine Klarstellung in Bezug auf die Verkehrsfähigkeit von Abfüllungen & Kapselrezepturen. Abfüllungen müssen mit einer Sonder-Sonder-PZN taxiert werden, können somit von den Krankenkassen entsprechned leicht retaxiert werden.
    • Laut Gerichtsurteilen sind Abfüllungen und Kapselrezepturen nicht zugelassene und damit nicht verkehrsfähige Fertigarzneimittel. Z.T. wird dies auf ALLE Rezepturen ohne Substanzveränderung bezogen.
    • Laut ABDA können Apotheken Abfüllungen und Kapselrezepturen weiter abgeben. CAVE: Retax-, Abmahn- und Strafanzeigenrisiko.
    • Aufsichtbehörden antworten nicht oder weigern sich, Auskünfte zur Verkehrsfähigkeit zu erteilen, z.T. mit dem Hinweis auf Nichtzuständigkeit.
    ∟ 02.10.20: Rechtsstreit um Opiumtinktur: Betroffene Apotheke geht ins Hauptsacheverfahren (DAZ online, Dr. Thomas Müller-Bohn, Apotheker und Dipl.-Kaufmann)
    ∟ 04.08.20: Opiumtinktur darf abgegeben werden (PZ online, Charlotte Kurz, Annette Rößler)
  • Retaxrisiko - Botendienstgebühr ab 01.10.20 2,90 € (2,50 € + 16 % MwSt), gilt bis 31.12.20:
    ∟ 01.10.20: Ab heute: 2,50 Euro für den Botendienst, Sonder-PZN bleibt (PTA in Love, Nadine)
    ∟ 30.09.20: Änderung der SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung: Botendienstzuschlag: Die Lücke ist geschlossen (DAZ online, Kirsten Sucker-Sket )
    ∟ 30.09.20: Sonderverordnung veröffentlicht: Botendienst-Honorar weiter unter Sonder-PZN abrechenbar (PZ online, Benjamin Rohrer)
    ∟ 30.09.20: Ab 1. Oktober: 2,50 Euro pro Botendienst (Apotheke adhoc, N.N.)
  • Retaxrisiko - Desinfektionsmittel-Rezepturen auf Rezept:
    • Ab 01.10.20: Flächen-Desinfektionsmittel-Rezepturen-Verbot: Herstellung, Abgabe, Eigengebrauch in der Apotheke
    ∟ 23.09.20: Flächendesinfektion: Allgemeinverfügung endet am 30. September (PTA in Love, Nadine)
    ∟ 20.09.20: Ab 7.Oktober: Neue Allgemeinverfügung für Händedesinfektionsmittel gilt nicht für 1-Propanol (PTA in Love, Nadine)
    • Bis 21.04.21: Hände-Desinfektionsmittel-Rezepturen: Herstellung, Abgabe, Eigengebrauch in der Apotheke erlaubt. CAVE: Gilt nur für die freigegebenen Rezepturen.
    ∟ 22.09.20: Ab 6. Oktober: Neue Regeln zur Herstellung von Desinfektionsmitteln (Die erfolgreiche Apotheke N.N.)
    ∟ 21.09.20: Desinfektionsmittel: Änderungen zum 7. Oktober (Apotheke adhoc, Alexandra Negt)
    ∟ 18.09.20: Händedesinfektionsmittel: Ab 7. Oktober gilt eine neue Allgemeinverfügung (Apotheke und Marketing, kib)
    Bis 21.12.20: Ethanol-Bezug steuerfrei für Desinfektionsmittel
    ∟ 16.07.20 Steuerfreier Alkohol für Desinfektionsmittel bis Jahresende (Apotheke adhoc, N.N.)
    ∟ 16.07.20 Steuerbefreiung für Alkohol bis 31. Dezember 2020 verlängert (DAZ online, Kirsten Sucker-Sket)
  • Retaxrisiko - Gleiche Deklaration andere Wirkstoffstärke:
    • Falls Rabattartikel/ günstigere Präparate nicht vorrätig sind, kann während Corona Lagerware abgegeben werden.
    • Bei Lieferdefekten aller Hersteller können auch Äquivalenzpräparate nach Arztrücksprache abgegeben werden, solange die verordnete Wirkstoffmenge nicht überschritten wird. Ansonsten ist eine Rezeptneuausstellung erforderlich.
    • CAVE: Retaxrisiko bei Überschreitung der verordneten Wirkstoffmenge, z.B. bei unterschiedliche Wirkstoffmenge bei gleicher Deklaration
    ∟ Beispiele: Corona Retaxrisiken - Wirkstoffmengen-Überschreiung (Sowedoo)
  • Retaxrisiko: Falscher Startartikel - Massenretax:
    • Wie befürchtet, sind Verstöße gegen die Abgabenreihenfolge ein Hauptretaxgrund des neuen Rahmenvertrages von 2019.
    • Hauptfehlerquelle: Eingabe des falschen Startartikels durch Eingabe irgendeiner Firma, der Vorverordnung aus der Kundenkarte, einer Wunschfirma, einer bevorzugten Importfirma.
    • Als Startartikel immer den verordneten Artikel wählen (auch bei Importen). Bei AV-Artikeln Vorgänger, nicht Nachfolger auswählen. Ansonsten wird ein falscher Preisanker zugrunde gelegt. Bei RA-Defekten werden dann u.U. auf Grund der falschen Vorauswahl Artikel als abgabefähig angezeigt, die über dem verordneten Preisanker liegen. Damit verbunden ist der Aufdruck einer falschen Sonder-PZN: RA-Defekt, statt RA + alle Günstigeren defekt, falls alle Günstigeren tatsächlich nicht lieferbar sein sollten. Bei Wunschfirmen kann somit auch nicht durch Eingabe der Wunschfirma geprüpft werden, ob diese abgabefähig ist, da der verordnete Preisanker u.U. aussschlaggebend ist.
    • Bei Retaxen: Belegen, dass alle Günstigeren nicht lieferbar waren. Ansonsten: Bitte um Kulanzerstattung. Wird die Ablehnung eines Retaxwiderspruches mit Bitte um Kulanzerstattung nicht dingfest begründet, ist die Nulretax laut neuestem Urteil formal nichtig. Insbesondere handelt es sich bei Abgabe über Preisanker z.T. nur um Centbeträge. Im Gegensatz zu RA-Artikeln dürfte u.U. nur ein Bagatellschaden vorliegen. Das Urteil zur Zulässigkeit von Nullretaxen bezieht sich nur auf RA-Artikel mit entsprechend höherem Schaden für die Krankenkassen.
    ∟ 17.09.20: Nichtverfügbarkeit: Retaxwelle wegen falschem Faktor? (PTA in Love, Nadine)
    Retaxrisiken RahmenV 2019 (Sowedoo)
  • Retaxrisiko: Novaminsulfon 100 St - neu als Klinikware im Handel:
    • Verordnungen von Novaminsulfon 100 St können damit eindeutig einem Eintrag in der Lauer-Taxe zugeordnet werden und damit laut RahmenV gar nicht mehr zu Lasten der Krankenkassen beliefert werden. Nach § 8 (2) RahmenV 2019 sind Rezepte mit Jumbopackungen (> N-max) nicht erstattungsfähig.
    • Während Corona kann auf Grund von § 1 (3) mit 2 x 50 St beliefert werden. CAVE: Sonder-PZN + Corona-Vermerk erforderlich.
    • Verordnungen mit 2 x 50 St oder 2 x N3 sind weiterhin belieferbar.
  • Retaxrisiko: Cannabisabrechnung:
    • Laut Gerichtsurteil sind Abfüllungen und Portionierungen nicht zugelassene und damit nicht verkehrsfähige Arzneimittel, sofern keine Standdardzulassungen existieren.
    • Zu beachten sind auch die Cannabis-Sonder-PZN
    ∟ 15.09.20: Retaxgefahr Cannabis (Apotheke adhoc, N.N.)
  • Kein Retaxrisiko: Austausch Metoprolol 100 mg <-> 95 mg?
    • Bei Nichtlieferbarkeit von 100 und 50 mg retard Metoprolol, kann laut § 1 (3) i.V.m. § 3 SARS-CoV-2-AMVV gegen 95 mg bzw. 47,6 mg nach Arztrücksprache ohne Gegenzeichnung des Arztes substituiert werden, da ein ein pharmakologisch-therapeutisch vergleichbares Arzneimittel vorliegen dürfte und die verordnete Gesamtwirkstoffmenge nicht überschritten wird. ´
    • Sollten die 5 %ige Wirkstoffabweichung nicht als äquivalent gelten, wäre eine neue Verordnunge erforderlich.
    • Die verschiedenen Salz- und Retardformen sind gegeneinander austauschbar:
    ∟ 21.06.2010 Metoprolol: Austauschbarkeit von Retardpräparaten (PZ online, Nina Griese, Ralf Goebel, Sabine Breiholz, Martin Schulz): "Metoprololsuccinat-Präparate und Meto­prololtartrat-Präparate mit ZOK-Galenik können aus biopharmazeutischer Sicht untereinander ausgetauscht werden. Ebenso ist ein Austausch innerhalb der Gruppe von Metoprololtartrat-Präparaten mit Kinetik 1. Ordnung möglich."
  • Retaxrisiko: Austausch L-Thyrox Hexal 98 St (defekt) gegen 100 St:
    • Retaxrisiko bei Begründung "Akutbelieferung Corona", da laut § 1 (3) Satz 3 SARS-CoV-2-AMVV bei "Akutbelieferung Corona" die verordnete Wirkstoffmenge auch bei gleicher Normgröße nicht überschritten werden darf.
  • Grippe-Impfstoffe: Retax-Risiken:
    • Siehe Grippe-Impfstoffe - Retaxrisiken (Sowedoo)
  • Retaxrisiko: Verbandstoff-/ Teststreifen-/ Medizinprodukte-Substitution - Nur mit Defektbeleg + Sonder-PZN:
    • Substitution, nur wenn nicht lieferbar
    • Substitution nur mit Defektbeleg + Sonder-PZN + Vermerk
    • Retax erfolgt auf Grund TA 1 Punkt 4.10 RahmenV 2019 i.V.m. § 12 SGB V. TA 1 Punkt 4.10 RahmenV 2019 bezieht sich jedoch ausschließlich auf § 14 RahmenV 2019 (Abweichung von der Abgaberangfolge bei Arzneimitteln).
    • Defektbeleg-Pflicht besteht wohl auf Grund § 2 (11) Satz 1 RahmenV 2019
    •Der RahmenV 2019 bezieht sich auch auf Verbandmittel, Teststreifen, Medizinprodukte, obwohl nach § 1 RahmenV und $ 129 SGB V nur die Regelung der Arzneimittelversorgung zulassen.
    § 5 (3) Satz 1 RahmenV 2019
    § 2 (11) Satz 1 RahmenV 2019 (die nach § 31 SGB V einbezogenen Produkte)
    •CAVE: Landeslieferverträge gelten vorrangig vor dem RahmenV 2019
  • Retaxrisiko: Medizinprodukte-Substitution - Ausführungen:
    ∟ 22.08.20: Medizinprodukte: Kein Austausch auf Arzneimittel, kein Rahmenvertrag (PTA in Love, Nadine)
  • Retaxrisiko: Hilfsmittel-Substitution - Ausführungen:
    ∟ 28.08.20: Hilfsmittel-Rezept: Wirtschaftlichkeitsgebot beachten (PTA in Love, Nadine)
  • Austauschverbotsliste - Ausführungen:
    ∟ 28.08.20: Substitutionsausschlussliste – (k)ein Austausch möglich (Apotheke adhoc, N.N.)
    Weitere Krankenkannsen mit Corona-Ausnahmeregelung
  • Importabgabe Biologicals - Entwicklung:
    ∟ 21.07.20: Import biologischer Arzneimittel: Realität überholt Gesetzgeber (Pharma-Fakten, N.N.)
    • Seit Anfang 2019: Importanteil Original-Biologicals unverändert (ca. 4 %); Importanteil Biosimilars Steigerung von 4 auf 6 %.
    • Biological-Importe zählen nicht importquotenrelevant (§ 13 (1) Satz 2 RahmenV 2019). Damit trägt die Abgabe von Biological-Importen nicht zur Erfüllung der Importquote bei.
    • Retaxrisiko: Bei verordneten Importen unbedingt den Preisanker beachten.
  • MwSt-Berechnung: Nur einmal runden - jetzt auch vertraglich (Retaxrisiko):
    ∟ 05.08.20: Neue Rundungsregeln für die Rezeptur (DAZ online, Dr. Thomas Müller-Bohn, Apotheker und Dipl.-Kaufmann)
  • Opiumtinktur Retaxrisiko: Rp. Tinct. Opii 10 ml:
    • Retaxrisiko: Rp. Tinct. Opii 10 ml Keine Abgabe von 10 g Opium-Tinktur-Umrechner
  • Corona-Sofortbelieferung - Retaxrisiko ohne Sonder-PZN:
    • Wird die Abgabereihenfolge nicht eingehalten und mit Lagerware beliefert: Sonder-PZN erforderlich
  • Fehlende Versichertennummer - Ausführungen:
    ∟ 22.07.20: Fehlende Versicherten-Nummern auf Kassenrezepten ‒ ein Retax-Problem für die Apotheke? (Apotheke heute, Anja Hapka, Apothekerin)
  • Retax-Risiko Hilfsmittel-Abrechnung nach der MWSt-Senkung:
    • Wird mit den falschen Preisen abgerechnet, droht Zurückweisung des Vergütungsanspruches, d.h. Bezahlung frühestens einen Monat später nach Neueinreichung
    • Retaxrisiko bei Vordatierung: § 12 (3) Hilfsmittelvertrag: "Die Rechnung darf nur Leistungen umfassen, die von der Apotheke bereits erbracht wurde."
    ∟ Retaxrisiko bei vordatierten Verleih-Rezepten
    Veränderte Preise (AOK Berlin) (16 statt 19 % MwSt):
    MwSt-Umrechner
    Pflegehilfsmittel-Festpreise der einzelnen Artikel (Pauschale dagegen unverändert) (Erläuterungen zum Vertrag über zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel, S. 2): "Die Preise verstehen sich als Bruttopreise, d.h. die gesetzliche Mehrwertsteuer ist bereits enthalten. Mögliche Änderungen der Höhe der Mehrwertsteuer werden jedoch dadurch aufgefangen, dass in diesem Fall eine automatische Anpassung der Bruttopreise entsprechend der Änderung erfolgt."
    Blutdruckmessgeräte-Pauschale (Anlage 21 Preisvereinbarung Hilfsmittel des Hilfsmittel-Liefervertrages): "Ändert sich der Satz der Mehrwertsteuer, ändern sich die Preise um den Prozentsatz der Änderung", z.B. 29,24 € statt 30 €
    Milchpumpen-Verleihgebühr (§ 12 (6) Vertrag über die Versorgung mit Hilfsmittel der Produktgruppe 14): "Ändert sich der Satz der Mehrwertsteuer, ändern sich die Preise um den Prozentsatz der Änderung"
    Vernebler-Verleihgebühr: "Ändert sich der Satz der Mehrwertsteuer, ändern sich die Preise um den Prozentsatz der Änderung"
    Kompressionsstrümpfe (Festbeträge für Hilfsmittel zur Kompressionstherapie, S.2): "Bei den Festbeträgen für Hilfsmittel zur Kompressionstherapie handet es sich um Nettobeträge"
    Unveränderte Preise (AOK Berlin):
    Inkontinenzpauschale: 28,50 € (§ 12 (2) Vertrag über die Versorgung mit Hilfsmittel der Produktgruppe 15): "Alle Preise im Rahmen dieses Vertrages sind Bruttopreise inkl. der geltenden Umsatzsteuer"
    Pflegehilfsmittelpauschale: 60 € (§ 4 Covid-19-VSt-SchutzV)
    Milchpumpenmaximalpauschale: Pauschale als brutto angegeben
  • Retax-Risiko "Corona Sofortversorgung" bei Abgabe über verordneter Wirkstoffmenge:
    • Sind 98 St verordnet, aber nur 100 St vorrätig, besteht Retax-Risiko bei "Corona Sofortversorgung", da über der verordneten Wirkstoffmeng abgegeben wird (§ 1 (3) Satz 3 SARS-CoV-2-AMVV)
    • CAVE: Dringender Fall laut Rahmenvertrag kann dann nicht mit "nicht vorrätig" begründet werden (Begründungsmöglichkeiten)
    • Da Sonder-PZN laut RahmenV begründungspflichtig sind, aber ohne Begründung nicht retaxiert werden dürfen, erscheint immer noch die Sonder-PZN Dringender Fall ohne Begründung die retaxsicherste Variante.
    • CAVE: Verlangen Krankenkassen nachträglich eine Begründung, besteht bei 98 St/ 100 St die gleiche Falle.
    • CAVE: Krankenkassen nutzen z.T. nach wie vor leider jede Vertragslücke zur Retaxierung, wie z.B. Vorschriften in nicht angepassten Landeslieferverträgen, die vorrangig vor dem RahmenV gelten, oder Juli'2019-Retaxationen trotz angeblicher Friedenspflicht.
  • Retax-Risiko Botendienst + Akut benötigt:
    • Botendienst und Akut benötigt schließt sich prinzipiell aus, da der Rabattartikel bestellt werden kann, falls nicht vorrätig. Hier wäre eine entsprechende Begründung evt. retaxvorbeugend.
  • Verleihrezept-Chaos nach MwSt-Senkung:
    ∟ 14.07.20: MwSt-Senkung: Wie wird eine Milchpumpe monatsübergreifend abgerechnet? (PTA in Love, Nadine)
    • Trotz anscheindend gesicherter Rechtslage vertreten Krankenkassen verschiedene Sonderauffassungen bei Abrechnung von Verleihrezeiten nach der die MwSt-Senkung. Laut Rechtslage gilt die MwSt am Ende der Leihfrist. Wird z.B. im Zusammenhang bei Autovermietungen erörtert und scheint zusätzlich gerichtlich gefestigt zu sein. Die Unterteilung bei längeren Vermietungen in sinnvolle Zeitabschnitte führt zu unterschiedlichen MwSt-Sätzen bei der Berechung.
    • Es gilt die MwSt vom letzten Tag der Vermietung, also die MwSt von dem Monat, in dem die Vermietung endet.
    • Bei Vermietungen über mehrere Monate (z.B. Privatrezepte), gilt der Steuersatz des jeweiligen Monats, was auch getrennt auszuweisen ist.
    • Andererseits kann auch erst eine erbrachte Leistung in Rechnung gestellt werden. Damit besteht auch Retax-Risiko bei vordatierten Hilfsmittel-Rezepten.
    • Auch der Spitzenverband der Krankenkassen weist in den Hinweisen zur Abrechnung von Hilfsmittel-Rezepten nach der MwSt-Senkungen darauf hin, dass der Endzeitpunkt der Leistungserbringung und nicht der Beginn zählt (z.B. bei Genehmigungen, Stomapauschale, Reparaturen, etc.).
    • Für Krankenkassen besteht keine Ermächtigung, die Erhebung des MwSt-Satzes eigenmächtig festzulegen. Gilt nicht das Leistungsende als Stichtag für den in Rechnung zu stellenden MwSt-Satz, bedarf es datür eine Durchführungsbestimmung des Finanzministeriums, wie. z.B. für Bahnfahrkarten und Bahncard.
  • Mehrkosten-Chaos (RhamenV) hält an:
    • Z.T. höhere Mehrkosten (Eigenanteil) bei Artikeln unter Preisanker als über Preisanker. Bsp. (DAK): Marcoumar ACA 100 St verordnet, ACA und FD nicht lieferbar, nur Marumar Medice 98 St unter Preisanker, aber Artikel mit höchstem Eigenanteil.
    • Eigenanteil entfällt nur, wenn kein günstigerer Artikel lieferbar ist. Siehe Corona-Abgaberegeln: Mehrkosten (Sowedoo)
    ∟ 14.07.20: Nicht lieferbar: Wer zahlt die Mehrkosten? (PTA in Love, Nadine)
  • Entlassrezept-Chaos hält an:
    • Friedenspflicht zur Facharztnummer auf Entlassrezepten nur eine Empfehlung und damit kein Retaxschutz - ebenso wie die angebliche Juli-2019-Friedenspflicht zum RahmenV 2019
    ∟ 13.07.20: Verwirrung um Pseudoarztnummern bei Entlassrezepten (DAZ online, Dr. Thomas Müller-Bohn (tmb), Apotheker und Dipl.-Kaufmann)
  • Siehe unter Corona-Abgaberegeln - Entlassrezept [Sowedoo]
  • Erneut: Ausführungen zu den Hilfsmittelabrechnungs-Vorgaben der Krankenkassen:
    ∟ 13.07.20: Hilfs- und Pflegehilfsmittel: GKV-Empfehlungen bis 30. September verlängert (PTA in Love, Nadine)
  • Hydroxychloroquin: Ende der Diagnosepflicht auf Hydroxychloroquin-Rezepten:
    • Retaxrisiko für Hydroxychloroquin-Rezepte ohne Indikation vom 04.04.20 - 07.07.20
    ∟ 10.07.20: Hydroxychloroquin: Arzt muss Indikation nicht mehr angeben (PTA in Love/ Nadine)
    ∟ 09.07.20: Hydroxychloroquin: Aufhebung der Versorgungsregelungen (Apotheke adhoc, Alexandra Negt)
    ∟ 08.07.20: BfArM hebt Regeln für Hydroxychloroquin auf (DAZ online, Celine Müller, Apothekerin)
    ∟ 07.07.20: Aufhebung der Empfehlungen zu Hydroxychloroquin bei COVID-19 (Gelbe-Liste online, Ellen Reifferscheid, Apothekerin)
    ∟ 07.07.20: AMK: BfArM: Aufhebung der Regelungen und Empfehlungen zur Sicherstellung der Versorgung chronisch Kranker mit Hydroxychloroquin-haltigen Arzneimitteln (AMK)
    ∟ 07.07.20 (?): BfArM: Hydroxychloroquin – Aufhebung der Regelungen und Empfehlungen zur Sicherstellung der Versorgung von chronisch kranken Patientinnen und Patienten in den zugelassenen Indikationen (BfArM)